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Gier frisst Hirn

Ein Kommentar von WP/StB Wilfried Duesing

Der Bundesfinanzhof stoppt die Finanzverwaltung. Zinsen auf Einkommensteuererstattungen sind steuerfrei.

In der Finanz- und Wirtschaftskrise hat man den Vorwurf, zu gierig zu sein, sowohl Banken als auch Anlegern gemacht. Auch unsere Steuerpolitiker, bemüht, immer neue Einnahmequellen zu erschließen, sind davor nicht gefeit. Es ist gerecht, Steuernachzahlungen und Steuererstattungen ab einem Zeitpunkt zu verzinsen. Die daraus resultierenden Auswirkungen konnten sowohl Privatpersonen als auch Unternehmen als Ausgabe bzw. Einnahme ziehen. Das gefiel den Steuerpolitikern nicht und sie änderten das Steuergesetz dahingehend ab, dass Erstattungszinsen steuerpflichtig sind, auf der anderen Seite Nachzahlungszinsen für private Steuern nicht mehr abgesetzt werden konnten.

Dies hat zuletzt der BFH als ungerecht empfunden und deshalb Erstattungszinsen auf Einkommensteuern als nichtsteuerpflichtig betrachtet. Wer davon betroffen ist, sollte tunlichst seine alten Steuerbescheide überprüfen.

Viele Anleger haben übrigens bemerkt, dass es günstiger ist, sein Geld vorübergehend mit höheren Steuervorauszahlungen beim Finanzamt zu parken, da Steuererstattungen mit 6 % verzinst werden und das vielleicht auch noch sicherer als bei so mancher Bank.

Wenn diese Zinsen jetzt auch noch steuerfrei bleiben, könnte sich daraus überspitzt auch folgende Empfehlung abgeleiten lassen:

Zahle Vorauszahlungen so hoch wie möglich, gebe Deine Steuererklärung so spät ab wie möglich und freue Dich darüber, wenn das Finanzamt lange braucht, um die Steuererklärung zu bearbeiten. Jeder Tag zählt: 6 % netto sind eine erstklassige Anlage.

In der Praxis angewendet würde dieses Verfahren im Gegenzug bedeuten, dass auch finanzielle Mittel erst später, z.B. für Investitionen, zur Verfügung stehen. Trotzdem: Die Entscheidung des BFH ist für Steuerzahler ein klarer Schritt nach vorne, weil sie zeigt, dass auch Entscheidungen, die zum Nachteil des Steuerzahlers mit der heißen Nadel gestrickt wurden, später entkräftet und aufgehoben werden können.

 
 

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